2011 Hallenbad Meilen, Neugestaltung und Sanierung

 

Projektjahr 2009
Projektadresse Toggwilerstrasse 38, 8706 Meilen
Bauherrschaft Politische Gemeinde Meilen
Architektur ARGE Meletta Strebel & Wälli Architekten, 8008 Zürich
Baumanagement Bosshard Architektur und Baumanagement GmbH, 8006 Zürich
Baustart Mai 2010
Bauende Mai 2011
Bausumme CHF 13'080'000.–
Sonstiges Fotos von Heinrich Helfenstein, Zürich

Bestand
In dem 1974 unter zwölf Architekten veranstalteten Wettbewerb für das Sportzentrum war nicht nur das schliesslich ausgeführte Hallenbad, sondern auch ein neues Primarschulhaus Bestandteil der Aufgabe. An Ernst Gisels Projekt überzeugte die Jury damals insbesondere die Ausnutzung der topographischen Gelegenheiten. Das ausgeführte und 1978 eröffnete Hallenbad ist, wie bereits im Wettbewerb vorgesehen, an die Hangkante gesetzt. Das abschüssige Gelände wird mit einem imposanten, seeseitig geböschten Betonsockel aufgefangen, der auf der Westseite durch einen Sportgarderobentrakt flankiert wird. Auf dem Dach dieses Baukörpers befand sich eine geschützte Liegeterrasse. Durch die Konzentration der Garderoben, des Restaurants und der Dienstwohnungen auf die Nordseite des Hallenbads bietet sich von der Schwimmhalle aus auf drei Seite ein freier Ausblick auf die Landschaft des Zürichsees. Die elementare Gestaltung der Schwimmhalle (sichtbare Deckenkonstruktion, Sichtbetonwände, helle Mosaikflächen, naturbelassenes Holz) kontrastiert mit dem Hallen- und Restaurantbereich mit den farbigen, von Ernst Gisel entworfenen Mosaikflächen. Einen besonders einprägsamen Ort stellt der intime Eingangshof auf der Westseite dar, der den architektonischen Rahmen für eine Skulpturengruppe (Stele und Trinkbrunnen) von Hans Fischli abgibt.

 

Architektonisches Konzept des Eingriffes
Die kohärente Komposition und klare Organisation des Bestandes verlangt ein Intervenieren mit feinen und minimalen Mitteln, zur Erfüllung der neuen Nutzerbedingungen. Jeglicher gewichtige Eingriff stört das Gleichgewicht und damit schnell auch die räumliche Attraktivität des Baus in unangemessener und respektloser Weise. Die einzelnen Themen waren nach wie vor optimal verortet und sollten durch gezielte Eingriffe präzisiert und dem Zeitgeist angepasst werden. Der Eingangsbereich wurde im Sinne des ursprünglichen Entwurfs rückgebaut und ausgeräumt, wobei die Eingangshalle in westlicher Richtung erweitert und wieder als Ganzes lesbar gemacht wurde. Im gleichen Sinne wurden zur Befriedigung weiter entwickelten Bedürfnisse der Nutzer und der Betreiber auch in den Bereichen Planschbecken und Hallenbadgarderoben nur leichte Korrekturen am Bestand vorgenommen.

Wesentliche Bauliche Eingriffe
Aufgrund des über 30-jährigen Betriebs hauptsächliche bauliche Verbesserungen in den Nassbereichen erforderlich. In den Duschenbereichen und bei den Überlaufrinnen der Schwimmbecken mussten die Abdichtungen fachgerecht saniert werden. Die Anpassungen im Eingangsbereich erforderten einen respektvollen Umgang mit den bestehenden Sichtbetonflächen. Die Herausforderungen im öffentlichen Bereichen bestand hauptsächlich darin die bestehende Materialisierung grösstmöglich zu schützen und wo nötig möglichst originalgetreu zu ergänzen. Neue Elemente wie der Betonkubus mit Behinderteneinrichtungen und der dem Zeitgeist entsprechende Badeshop sind bewusst als solche gestaltet und materialisiert. In den Untergeschossen erfolgte grundsätzlich ein Komplettersatz der Gebäudetechnik und Badewassertechnik. Dazu gehörte auch die Umsetzung des anspruchvollen Energiekonzepts. Basierend auf den zu respektierenden architektonischen Vorgaben erfolgten an der Gebäudehülle gezielte Massnahmen zur Verbesserung der energetischen Gesamtbilanz. Dabei wurden sämtliche Verglasungen ausgewechselt und die Aussenwände in den Technikgeschossen sind auf der Innenseite gedämmt worden. Die Eingriffe erfolgten unter grösster Sorgfalt und unter Wahrung der von Ernst Gisel in hoher architektonischer Qualität erstellten Anlage.