2010 Villa 'Zum oberen Garten', 8001 Zürich

Gesamtsanierung

Projektadresse Rämistrasse 22, 8001 Zürich
Bauherrschaft Baudirektion Kanton Zürich, Hochbauamt
Architektur Meletta Strebel Architekten AG, 8008 Zürich
Baumanagement Bosshard Architektur und Baumanagement GmbH, 8006 Zürich
Planungsstart Januar 2007
Baustart März 2009
Bauende Juli 2010
Herausforderungen Umbau mit minimalen Budget.
Gebäude im Inventar der Denkmalpflege.
Schwierige Baustellenlogistik.

Die ‚Villa zum Oberen Garten‘ wurde 1910 von den Architekten Jacob Geiger und Rudolf Gottlieb Gull als Wohnhaus für eine Arztfamilie geplant und gebaut. Sie liegt am steilen Gehweg oberhalb der Rämistrasse zwischen Stadelhoferstrasse und der Kantonsschule. Im repräsentativen Wohngeschoss faszinieren die sorgfältig gestalteten und handwerklich präzise umgesetzten ursprünglichen Bauteile, insbesondere die Gipser- und Schreinerarbeiten. Darüber wurde das Schlafgeschoss und im Dachgeschoss die Zimmer für das Dienstpersonal und die Gäste angeordnet. Im Untergeschoss befanden sich neben den Serviceräumen (Küche, Speisekammer, Waschen, Bügeln) die Kellerräume und die Heizung. Das Gebäude und der Garten stehen seit 1992 im Inventar der Denkmalpflege.
Seit 1965 wird die Villa als Erweiterung der Kantonsschule Hohe Promenade genutzt. Im Zusammenhang mit der Gesamtsanierung und der damit möglichen Neuorganisation der Kantonsschule nutzten die Verantwortlichen die Chance, den Bereich des ‚Bildnerischen Gestaltens‘ in der Villa zum Oberen Garten zu integrieren und dem Gebäude wieder eine klare Nutzung zuzuweisen.

Trotzdem, dass in den vergangenen Jahren mit den wertvollen Bauteilen im Innern sehr sorgsam umgegangen wurde, standen aufgrund des lange aufgeschobenen Unterhalts einige dringende Sanierungsarbeiten an. Zudem verlangte der vorgesehene Schulbetrieb nach Anpassungen an aktuelle Unterrichtsformen und möglichst maximalem zusätzlichem Raumbedarf. Durch die Eingriffe waren auch die Erfüllung von Auflagen der Feuerpolizei und energetische Massnahmen umzusetzen. Selbstverständlich war bei sämtlichen Eingriffen der respektvolle Umgang mit der architekturgeschichtlichen Substanz ein zentrales Thema.
Im weniger heiklen Untergeschoss, welches mehrheitlich mit einer Innendämmung versehen wurde konnten die Werk- und Modellierräume, sowie die neue Heizanlage eingerichtet werden. Im Erd- und Obergeschoss waren die strukturellen Eingriffe minimal. Hauptmerkmal waren die Sanierung und Aufwertung der denkmalpflegerisch wertvollen Bauteile. Im Dachgeschoss sind weitere Schulräume integriert, was zwingend Massnahmen im sommerlichen Wärmeschutz erforderten. Natürlich mussten die Räume mit den Medien für einen zeitgemässen Unterricht erschlossen werden.
Das erfreuliche Resultat unter Einhaltung des knappen Budgets konnte nur durch die aktive Beteiligung und die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten erreicht werden.