2014 Strandbad Wollishofen, Zürich

Gesamtsanierung und betriebliche Verbesserungen

Projektadresse Seestrasse 451, 8038 Zürich
Bauherrschaft Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Architektur Niedermann Sigg Schwendener Architekten AG, 8004 Zürich
Baumanagement B A B M, 8006 Zürich (TL 30.5%)
Fachplaner Baschung Piattella Bauingenieure
Planungsstart Januar 2012
Baustart März 2013
Bauende März 2014
Bausumme CHF 7'300'000.–
Sonstiges Gebäude im Inventar der Denkmalpflege.

Das Strandbad Wollishofen ist ein architekturhistorisch wertvolles Beispiel der Badekultur und des neuen Bauens der vierziger Jahre in der Stadt Zürich. Es wurde 1939 als Ersatz eines hölzernen Kastenbades von 1868 vom damaligen Stadtbaumeister Hermann Herter auf dem langgezogenen Landstreifen zwischen Zürichsee und der Seestrasse im südlichen Teil des Quartiers Wollishofen erbaut und gilt als wichtiger architektonischer Zeuge der Moderne. Bis ins Jahr 2000 erlebte die Anlage diverse Veränderungen, wobei verschiedene Provisorien und Farbanstriche die Ursprungskonzeption der nüchternen Beton-Holz-Architektur verunklärten.

Das Überangebot an dienenden Räumen erforderte eine architektonische und betriebliche Lösung, welche als adäquate Antwort auf den geschichtlich wertvollen Bau gesehen werden konnte. In Abstimmung mit der Denkmalpflege entschieden sich die Architekten daher, den Zustand der 1940er Jahre mit der damaligen Einfachheit von Sichtbeton und Holz als massgebend anzusehen.

 

Es erfolgte eine umfassende Instandsetzung des Gebäudes. Basierend auf den strukturellen Eingriffen und den Bedürfnissen an eine zeitgemässe Infrastruktur mussten auch sämtliche feuerpolizeilichen Vorgaben, die Auflagen des UGZ‘s und die denkmalpflegerischen Aspekte aufgenommen und eingeplant werden. Die Sanierung des seinerzeit verbauten, porösen und schwach bewehrten Betons war äusserst anspruchsvoll.Die Gratwanderungen zwischen filigranen Bauteilkonstruktionen und den geltenden Normen konnten nur durch sorgfältige Detaillösungen und deren handwerklich sauberen Umsetzungen gemeistert werden. Dies ist speziell bei der Instandstellung der Fensterfronten und den Spenglerabschlüssen zu erkennen. Nebst der reinen Instandstellung der bestehenden Bausubstanz sind auch neue gezielt eingesetzte Elemente dazugekommen. Speziell im Erdgeschoss mit der relativ hohen Eingriffstiefe ist dies besonders Eindrücklich am neuen mittigen Einbau mit Bademeisterloge und Sanitätsraum zu erkennen. Die Wellenstruktur der Wände wiederholt sich zusätzlich in den grosszügigen seeseitigen Mehrzweckräumen. Die Restaurationsküche mit den dazugehörigen Infrastrukturräumen wurde komplett neu erstellt, im Gegensatz dazu konnten durch die gezielten und sorgfältigen Eingriffe im halbrunden Kiosk die hohen Ansprüche an eine denkmalpflegerische Sanierung erreicht werden. Die Gesamtinstandsetzung und die betrieblichen Verbesserung haben die architektonischen, strukturellen und aussenräumlichen Qualitäten der Anlage lobenswert respektiert und verstärkt.